Die Idee:
Die Faszination der "Verführung" begann nicht etwa, wie viele vermuten würden, auf dem Pausenhof oder in den Hinterwelt-Diskotheken von Aachen, sondern beim Lesen von David Ogilvy's "On Advertising".
Obwohl meine Eltern mich eher für einen beruflich seriösen Werdegang begeistern wollten, war mein eigener Weg in die weite Werbewelt bereits mit 18 Jahren beschlossen. Und so, sollte es auch sein.
Der Beginn:
Gesagt, getan. Voller Tatendrang und Enthusiasmus klopfte ich gleich bei allen großen Agenturen in ganz Deutschland an die Tür, doch leider ohne großen Erfolg, denn es machte niemand auf. Ohne Studium und Erfahrung gab es leider für mich keine reellen Chancen, wie mir gesagt wurde. Meine Erwatungen und Hoffnungen wurden schwer enttäuscht, aber so schnell wollte ich natürlich nicht aufgeben.
Mein Ziel war es, in der Werbung Fuß zu fassen und so zog ich meine geliebten Cowboy-Stiefel an und machte mich auf den Weg dorthin. Entschlossen bewarb ich mich beharrlich mit über 100 Bewerbungen, mehr frech als recht, als Werbekaufmann erneut bei den größten und besten Agenturen bis ich schließlich ein JA von McCann-Erickson aus Düsseldorf erhielt. Welch ein Tag! Nach dem Zivildienst ging es dann auch schon gleich los in der 80km entfernen Großstadt. Bereits während meiner Ausbildung, saß ich als "Junior-Account" in der Zentrale von McCann-Erickson am Main im 9. Stock. Von hier ging alles noch besser, noch schneller aber leider weniger kreativ zu. Da ich hoch hinaus wollte bzw. noch höher, war mein nächstes Ziel der Norden. 2 weitere Jahre vergingen, bis ich endlich in die Werbehauptstadt gelangte: McCann-Erickson Hamburg.
Na ja, die zahlreichen ADC-Auszeichnungen führten letztlich dazu, dass ich über London nach Amsterdam abgeworben wurde: "Do you know Wieden & Kennedy?" fragte eine nette Dame am Telefon und ob ich mir vorstellen könne, bei denen zu arbeiten?Von hier aus ging es dann weiter über London nach Amsterdam, wo ich bei „Wieden & Kennedy“ kreativ tätig wurde. Hier lernte ich namhafte Kunden wie z.B. Nike, Coca-Cola kennen. Ab hier begann eine der spannendste Zeit für mich, da ich neben dem beruflich erfolgreichen Aspekt natürlich auch jede Menge interessanter Leute kennen lernte und natürlich von ihnen lernte.
Die Heimkehr
Nach drei aufregenden Jahren und etlichen miles & more auf dem Konto, zog es mich wieder in die Heimat zurück.
Bei einem Wochenend-Trip nach Aachen, um Freunde & Familie zu sehen, geschah es dann. Ich verliebte mich in meine heutige Frau. Die Welt blieb für kurze Zeit stehen, und genau das hatte ich bis dahin (zugegebenermaßen) vermisst. Also wurde geheiratet und darauf folgten wenig später unsere wunderbaren Kinder.
Von der ganzen Rumreiserei hatte ich nun als Familienvater genug, aber natürlich nicht von Werbung. Hier in Aachen wieder angekommen, beschloss ich mich selbstständig zu machen. Meine eigene Agentur, bei meiner Familie, in meiner Heimat: Aachen.
Los ging's auf 30 m² ,2 PCs und einem Telefon aber jeder Menge Tatendrang!
Wobei sich hier schnell die Erkenntnis breit machte, dass Aachen eben nicht das verrückte Amsterdam ist und demnach auch die Kunden eine andere Sprache sprachen und verstanden.
Doch getreu meinem Motto „Immer radikal – niemals konsequent“ verschaffte ich mir mit meinem Team als Impulsgeber und mit viel Stil einen wachsenden Kundenstamm, welcher uns bis heute treu geblieben ist.
Zu guter Letzt bleibt mir nur noch eins zu sagen:
"Alles ist großartig - man muss nur verstehen, richtig zu übertreiben..."
Herzlichst,
Ihr Oliver Mohr und Crew